Die sogenannte „Einzelfall-Map“ ist eine viel gelesene Quelle im Internet, ergänzt durch aktive Accounts bei Facebook & Twitter. Sie markiert Straftaten von angeblichen Migranten mit Fähnchen auf einer Deutschlandkarte und will so belegen, dass die in den Medien oft als „Einzelfälle“ titulierten Ereignisse in Wahrheit ein Massenphänomen sind.

Das Team von „Übermedien“ hat sich die Mühe gemacht, rund 600 dieser „Einzelfälle“ zu recherchieren. Das Ergebnis: „Die Macher der Karte unterscheiden willkürlich zwischen solchen und solchen Ausländern: Straftaten von Spaniern, Niederländern und Briten werden nicht dokumentiert. Türken, Araber und Nordafrikaner jedoch kommen auf die Karte.“

Die Sammlung ist demnach tendenziös und voller Ungereimtheiten und Fehler. Das ist auch die Erkenntnis des FVS. Fakten werden mit Vorurteilen und Mutmaßungen vermischt. Gerade gestern kursierte die Meldung von Muslimen, die einen Weihnachtsgottesdienst gestört haben. Die Medien hätten nicht darüber berichtet. Fakt ist: Der Vorfall fand tatsächlich statt. Es waren jedoch fünf Kinder. Das Ganze ereignete sich schon 2014 und wurde sehr wohl berichtet, u.a. in der Zeitung „Die Welt“.

Quelle: Kartenlegen mit kriminellen Ausländern | Übermedien