Während England derzeit daran scheitert, Bananen in Supermärkte zu transportieren, unterhält sich die Regierung über die Revitalisierung des Commonwealth.

Es hat nie aufgehört zu existieren – das „Commonwealth of Nations“. Das Bündnis der „freien und gleichen“ über 50 Mitgliedsländer ist die Manifestation des britischen Kolonialreiches. Großbritannien hatte direkt im Zuge des Brexit angekündigt, das reine Symbolbündnis neu auszurichten. Die Mitglieder sind vertraglich zu nichts gegenseitig verpflichtet. Dies soll nun beginnend mit einem Free-Trade-Agreement mit Indien geheilt werden. Sir Philip Barton, vom Titel her „Ständiger Unterstaatssekretär im britischen Außenministerium“ soll die Handelsgespräche leiten. 

Zusammenarbeit bei Sicherheit und Verteidigung

„Die wahre Chance liegt in der Stellung des Vereinigten Königreichs in der Welt. Wir sind aus der Europäischen Union ausgetreten und haben die Verantwortung für unsere internationale Handels- und Wirtschaftspolitik übernommen und unsere Herangehensweise an die Migration in dieses Land geändert“, sagte er. Shringla erwähnte, dass die Finanzmärkte und die zwischenmenschlichen Beziehungen im Rahmen der neuen Migrations- und Mobilitätspartnerschaft neben dem allerersten konsularischen Dialog weiterhin ganz oben auf der Tagesordnung stehen werden.

„Die Zusammenarbeit in den Bereichen Sicherheit und Verteidigung steht ganz oben auf der Agenda, einschließlich der maritimen Sicherheit, der Cybersicherheit, der Gesundheitspartnerschaft, der digitalen Gesundheit, der medizinischen Versorgungsketten, der alternativen Gesundheit sowie der Wissenschaft und Technologie“, sagte er.

Indien – Riesenreich mit riesigen Problemen

Indien wird immer wieder als „Tiger auf dem Sprung“ angesehen. Ein Tiger, der allerdings schon sehr lange auf den Sprung lauert. Bislang litt die dortige Wirtschaft immer wieder an dem Spagat zwischen höchsten Ansprüchen und katastrophalem Missmanagement, ethnischen Konflikten und größtenteils mittelalterlich anmutenden Verhältnissen in weiten Landesteilen. 

Die dramatische Lage des Landes wurde deutlich am „Sauerstoff-Problem“ während der Corona-Krise. Die internationale Gemeinschaft, u.a. die Bundeswehr, mussten Hilfslieferungen und -personal entsenden, um dem Land, welches sich größtenteils auf Entwicklungshilfeniveau befindet, zu helfen. 

Eine weitere Hypothek ist der Grenzkonflikt zwischen Indien und China in der Himalaya-Region. Immer wieder kommt es zu Scharmützeln. 

Wie sich aus dem Bündnis zweier mit großen Problemen behafteten Ländern eine zweckdienliche und stärkende Partnerschaft entwickeln soll, bleibt ein Rätsel. Vielmehr scheint es eine Flucht in eine glorifizierte Vergangenheit, statt ein Start in eine prosperierende Zukunft zu sein.