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Mathematisch gesehen definieren zwei Punkte den Verlauf einer Linie. Ganz im Gegensatz zur allgemeinen Politik, wo man die Existenz einer Tatsache gerne uminterpretiert und damit leugnet. Schauen wir nur auf das Ergebnis von Wahlen, wo es in der Regel irgendwie dann doch immer zwei (oder sogar mehrere) Gewinner gibt.
Die Mathematik ist da brutaler. Zwei Punkte definieren den Verlauf einer Linie. Punkt. So ist das nun mal. Schauen wir auf die Ereignisse der letzten Tage in Deutschland, haben wir inzwischen sogar vier Punkte. Doch liegen diese Punkte alle auf einer Linie? Dann würden sie, trotz aller Unterschiedlichkeit, zusammen gehören und zusammen betrachtet werden müssen.
Es geht um den Kern unserer gesellschaftlichen Diskussion! Grob gesagt, könnte man Deutschland zweiteilen. Die einen sehen die Ereignisse als schicksalhafte Häufung, ohne direkten Zusammenhang. Im besten Falle eine durch die Berichterstattung inspirierte Nachahmertat. Die anderen sehen die Ereignisse als Teil eines groß angelegten Dschihad gegen das freie Deutschland.
Derzeit steht fest: Alle Taten wurden von jungen Männern muslimischen Glaubens durchgeführt. Alle Taten waren von besonderer Brutalität geprägt und endeten mit dem Tod der Attentäter. Alle Taten waren jeweils Einzelaktionen, ohne große Terrorstruktur im Hintergrund.
Zwei Punkte ergeben also eine Linie. Damit scheint es einfach: Jung, muslimisch und durch soziale Ausgrenzung oder Psychose zum Tod bereit. Diese „Linie“ ist extrem gefährlich. Nicht nur, weil sie alle Personen, auf die diese Beschreibung zutrifft, per se unter Generalverdacht stellt. Nein, diese Linie führt auch in die Irre.
Und jetzt kommt die „politische Interpretation“ notwendigerweise ins Spiel. Das Gemeinsame aller Ereignisse ist, dass es eben KEINEN sinnvollen Zusammenhang gibt. Und das macht die ganze Prävention umso schwieriger. Wie soll man eine Gesellschaft schützen und Taten verhindern, wenn die Täter wie „aus dem Nichts“ ihre Verbrechen verüben.
Ganz einfach: Man muss das „Nichts“ erhellen. Kein Mensch handelt zufällig oder willenlos. Auch die perversesten Mörder haben einen logischen Grund für das, was sie tun. Die „Linie“, der zwingende Zusammenhang zwischen Motivation, Vorbereitung und Durchführung existiert. Er wird uns nur nicht auf dem Tablett der offensichtlichen Attribute wie „jung, männlich, depressiv“ serviert.
Sind wir dann schutzlos? Nein. Wir müssen nur die Sicherheitsbehörden und die Politik dazu bringen, tiefer vordringen zu wollen und zu können. Vorratsdatenspeicherung, Observation, Meldung von manisch-depressiven Erkrankungen an die Behörden … es gibt viele Bereiche des Lebens, wo Polizeien und Dienste bislang nicht hineinschauen durften. Es gibt viele Bereiche, wo Militärs und Polizeien nicht zusammenarbeiten dürfen. Wir stehen uns selbst im Weg. Das ist die Linie, über die wir diskutieren müssen. Unser bisheriges Handeln führt am Ziel vorbei. Zeit für einen Richtungswechsel.

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