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Kamelle, de Terrorist kütt …

Nun werden sie also präsentiert, die ausgefeilten „Sicherheits“-Konzepte für die jecke Zeit zwischen Weiberfastnacht und Aschermittwoch.
Massive Polizeipräsenz, ausgeleuchtete Plätze, Kameraüberwachung. Es gilt die „geringe Einschreitschwelle“ – das Volksfest wird wie eine Demonstration polizeitechnisch behandelt. Ja, genau das sollte es sein. Eine Demonstration für eine freie und lebenswerte Kultur, die sich in den rheinischen Hochburgen über Jahrhunderte entwickelt hat. Dennoch bleibt der fade Beigeschmack. Menschenansammlungen dieser Art sind nicht erst seit Charlie Hebdo und Paris im November für viele eine Mutprobe.
Auch der Boston-Marathon oder die Reisegruppe im Januar in Istanbul – alle Toten und Verletzten sind Opfer eines Feindes, der schon seit vielen Jahren über unsere „Grenzen der Freiheit“ geschritten ist – nicht erst seit der sogenannten Flüchtlingskrise. Gemeint ist nicht die Staatsgrenze. Es ist keine Frage des Passes oder der Herkunft, es ist eine Frage der Überzeugung und der gesellschaftlichen Umgebung, die Menschen zu Terroristen macht.
Polizeipräsenz zu Karneval und in den Medien postulierte verschärfte Ausreiseregelungen können nicht darüber hinwegtäuschen, dass die freien westlichen Gesellschaften bis dato bei ihrer Migrationspolitik gescheitert sind. Auch die freie Gesellschaft muss sich abgrenzen – gegenüber denjenigen, die Unfreiheit und Unfrieden wollen. Eine Art „Schießbefehl“, wie ihn Teile der AfD fordern, ist vollkommener Unsinn. Die derzeitige politische Debatte führt am eigentlichen Thema vorbei.
Die starken Parteien leiten die Debatte nicht in die richtige Richtung und die sogenannten „nationalen Alternativen“ reiten auf der Medienwelle mit schwachsinnigem Populismus. Hoffentlich hält das „Präsenzkonzept“ der Polizei, wenigstens solange, bis wir wenigstens anfangen können, über effiziente und präventive Maßnahmen diskutieren zu können.

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