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Angst vor islamistischen Anschlägen in Deutschland wächst

Nach den Anschlägen von Paris wächst auch in Deutschland die Furcht vor islamistischen Anschlägen. Innenminister Thomas de Maizière rief die Bürger zu erhöhter Wachsamkeit im Alltag auf. Warnungen kamen auch von den Geheimdiensten anderer Staaten.
Zur Besorgnis trug ein Brandanschlag auf das Verlagshaus der „Hamburger Morgenpost“ bei, bei dem am Sonntag niemand verletzt wurde. Das Blatt hatte am Tag nach dem Anschlag auf das Satireblatt „Charlie Hebdo“ Mohammed-Karikaturen gedruckt. In Nordrhein-Westfalen nahmen Spezialkräfte ein mutmaßliches Mitglied der Extremistenmiliz IS fest.
„Wir haben Radikalisierungsprozesse in Deutschland, bei denen sich Personen äußerlich und innerlich bis hin zu ihren Essgewohnheiten verändern“, sagte de Maizière der „Bild am Sonntag“. Daher sei „Wachsamkeit der Bürger, Familien, der Nachbarn, der Sportfreunde oder Mitgläubigen in Moscheegemeinden wichtig und richtig“. De Maizière verwies auf rund 260 Gefährder in Deutschland. Dies seien so viele wie noch nie. 550 Menschen seien aus Deutschland in die Kampfgebiete in Syrien und den Irak ausgereist. 150 bis 180 seien zurückgekehrt, bei 30 handele es sich um kampferprobte Fundamentalisten.
Die Extremistenmiliz IS hat der „Bild am Sonntag“ zufolge die Anschläge von Paris zum Auftakt einer europaweiten Terrorwelle erklärt. Dies hätten Abhörspezialisten des US-Geheimdienstes NSA herausgefunden. Dem Blatt zufolge warnte zudem der britische Inlandsgeheimdienst MI5 vor Anschlägen auf Flugzeuge mit schwer aufspürbaren Sprengstoffen.
Bei der „Hamburger Morgenpost“ warfen in der Nacht zu Sonntag unbekannte Täter nach Angaben der Polizei Steine und mindestens einen Brandsatz in den Keller des Gebäudes. Mehrere Akten fingen Feuer. Der Staatsschutz sucht nun nach den unbekannten Tätern. Zwei Verdächtige wurden schon in der Nacht festgenommen und am Sonntag verhört. Allerdings bleib unklar, ob ein Zusammenhang zu den abgedruckten Mohammed-Karikaturen besteht.
Der im nordrhein-westfälischen Dinslaken verhaftete 24-jährige Deutsche soll im Oktober 2013 nach Syrien ausgereist sein und sich dort der Organisation Islamischer Staat (IS) angeschlossen haben. Im November 2014 sei er nach Deutschland zurückgekehrt, teilte die Generalbundesanwaltschaft mit. Es gebe aber keine Anhaltspunkte für konkrete Anschlagspläne. Auch gebe es keinen Zusammenhang mit den Anschlägen in Frankreich. (Quelle: EurActiv.de, 12.1.2015, 10:00 Uhr)

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