Frachtdiebstahl: 305.000 Euro Schaden – Pro Tag

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Lieferdiebstähle in der Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika (EMEA) überstiegen in den ersten sechs Monaten des Jahres 2019 55 Millionen Euro oder mehr als 305.000 Euro pro Tag, so neue Zahlen, die die „Transported Asset Protection Association“ (TAPA) meldet. 

Die Fakten im „Incident Information Service“ (IIS) des Verbandes zeigen, dass 2019 schon jetzt als  Rekordjahr gelten kann und sich damit in die Entwicklung der letzten vier Jahre nahtlos einreiht. Nachdem TAPA EMEA im Gesamtjahr 2018 über 3.981 Ladungsdelikte verzeichnete, hat es in den sechs Monaten bis zum 30. Juni 2019 bereits 4.198 neue Vorfälle gegeben – ein Plus von 5,1 Prozent.

Thorsten Neumann, President & CEO von TAPA EMEA: „Dennoch sind die Zahlen immer noch nur ein Bruchteil der tatsächlichen Dimensionen bei Frachtverlusten. Wir verfügen naturgemäß nur über Informationen aus unserer IIS-Datenbank. Die überwiegende Mehrheit der Verbrechen wird uns jedoch nicht gemeldet. Die Dunkelziffer ist entsprechend hoch. Insgesamt schätzen wir die tatsächlichen Kosten des Verlusts auf mehrere Milliarden Euro pro Jahr.“  Pro bekannt gewordenem Diebstahl werden durchschnittlich Waren im Wert von 677.010 Euro entwendet.

Auf Grund der Zunahme der registrierten Straftaten und ihrer erheblichen Auswirkungen auf die betroffenen Unternehmen streben die TAPA-Mitglieder eine stärkere Zusammenarbeit mit den Polizeibehörden an. Besonders in Frankreich und Deutschland habe die Vereinigung besondere Unterstützung erhalten, so die TAPA. 

„Wir sind besonders froh über die proaktive Unterstützung, die uns von den französischen und deutschen Strafverfolgungsbehörden beim Aufbau unserer öffentlich-privaten Partnerschaften und bei der Unterstützung unserer gemeinsamen Ziele zur Verhütung von Frachtkriminalität entgegengebracht wird. Im ersten Halbjahr 2019 haben wir aufgrund dieser Unterstützung Erkenntnisse über mehr als 2.000 Angriffe auf Lieferketten in Frankreich und Deutschland gesammelt, gegenüber nur 68 im Vorjahreszeitraum. Das sind wichtige Informationen, die wir mit denen von anderen Polizeikräften in den Niederlanden, Großbritannien, Spanien, Schweden und anderen Ländern der EMEA verknüpfen. Insgesamt verfügen wir nun über eine Datenbank mit über 30.000 Frachtverbrechen in der EMEA-Region“, so Thorsten Neumann weiter.