EU und UNO verstärken Maßnahmen für mehr Resilienz bei Ernährungskrisen

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EU-Beitrag von 70 Mio. EUR zur Stärkung der globalen Partnerschaft gegen Hungersnöte bereitgestellt.

Die Europäische Kommission und die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) haben ihre globale Partnerschaft gestärkt, um die Resilienz von Millionen Menschen zu erhöhen, die weltweit schweren und oft langanhaltenden oder wiederkehrenden Ernährungskrisen ausgesetzt sind. Die Vereinbarung, die einen Beitrag von 70 Mio. EUR vorsieht und von Neven Mimica, EU-Kommissar für internationale Zusammenarbeit und Entwicklung, und José Graziano da Silva, Generaldirektor der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), heute in New York am Rande der VN-Generalversammlung unterzeichnet wurde, kommt dem Globalen Netz gegen Ernährungskrisen zugute, um nachhaltige Lösungen für Ernährungskrisen zu fördern.

Der EU-Kommissar für internationale Zusammenarbeit und Entwicklung, Neven Mimica, erklärte: „Im vergangenen Jahr hat uns das Globale Netz gegen Ernährungskrisen ermöglicht, konkrete und abgestimmte Maßnahmen zur Eindämmung von Ernährungskrisen und zur Abwendung von Hungersnöten in Nordnigeria, im Südsudan, in Somalia und in Jemen zu ergreifen. Und dies müssen wir ausweiten. Mit diesem zusätzlichen Beitrag von 70 Mio. EUR an die FAO wird unsere Partnerschaft weiter ausgebaut und werden die die Maßnahmen des Netzes zur weltweiten Bekämpfung von Hungersnöten im Einklang mit der Empfehlung der Resolution 2417 des VN-Sicherheitsrates durch die Stärkung der Verbindung von humanitären, Entwicklungs- und Friedensakteuren rascher vorangebracht.“ 

Die Resolution, in der das Auslösen von Hungersnöten in der Zivilbevölkerung als Mittel der Kriegsführung verurteilt wird, ist Zeichen des gemeinsamen Bestrebens, konfliktbedingten Nahrungsmittelmangel zu verhindern und zu bekämpfen.

FAO-Direktor José Graziano da Silva ergänzte: „Der Beitrag der EU wird uns dabei helfen, Ernährungskrisen besser zu erkennen, zu verhindern und zu bewältigen. Hierdurch werden ländliche Gemeinschaften, die unter Hungersnöten leiden, künftig besser in der Lage sein, aufkommende Ernährungskrisen zu überwinden. Investitionen in die Resilienz sind eine entscheidende Voraussetzung dafür, heute und in Zukunft Hungersnöte besser bekämpfen zu können. Angesichts des Ausmaßes und der Dauer von Ernährungskrisen müssen wir mehr in Maßnahmen zur Stärkung der Resilienz investieren und stärkere Allianzen mit allen Beteiligten – also Akteuren der humanitären Hilfe und der Entwicklungshilfe wie auch Friedensorganisationen – schmieden, um gemeinsam an der Eindämmung von Hungersnöten zu arbeiten.“

Durch den neuen Finanzbeitrag werden die Europäische Union, die VN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) und ihre Partner in die Lage versetzt, überall dort, wo es notwendig ist, Maßnahmen zur Stärkung der Resilienz durchzuführen,  Analysen zur Ernährungssicherheit und zur Resilienz zu erstellen, um gezielter gegen Hungersnöte vorzugehen, unddie Koordination, die Strategie sowie die Vorbeugungs- und Reaktionsmechanismen auf Länder- und globaler Ebene zu stärken, damit sich verschärfende Ernährungskrisen besser bewältigt werden können. Außerdem werden durch die Vereinbarung Maßnahmen in zwölf von Ernährungskrisen betroffenen Ländern ergänzt, um auf die tieferen Ursachen von Hungersnöten einzugehen. 

Hintergrund

Der Beitrag der EU erfolgt zu einer Zeit, in der Konflikte und extreme Wetterbedingungen zunehmen, wodurch Millionen Menschen in Hungersnot geraten und eine Rekordzahl von 68 Millionen Personen gezwungen sind, ihr Land und ihr Zuhause zu verlassen. Im Jahr 2017 waren mehr als 120 Millionen Menschen in 51 Ländern von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen — das sind 11 Millionen Menschen mehr als im Vorjahr. Als akute Ernährungsunsicherheit gilt ein Mangel an Nahrungsmitteln, der so groß ist, dass er eine unmittelbare Gefahr für das Leben oder die Lebensgrundlage darstellt.

Die Europäische Union, die VN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation und das VN-Welternährungsprogramm haben 2016, auf dem Humanitären Weltgipfel, das Globale Netz gegen Ernährungskrisen gegründet. Das Netz, das vor zwei Jahren mit drei Gründungspartnern begann und sich ständig vergrößert, hat zum Ziel, als Motor für die engere Abstimmung zwischen Organisationen der humanitären Hilfe und der Entwicklungshilfe sowie Friedensakteuren zu wirken.

Diese Vereinbarung, die auf früheren erfolgreichen Partnerschaften zwischen der EU und der FAO aufbaut, ist ein Beweis für die anhaltenden Bemühungen beider Organisationen, die Resilienz gegenüber Ernährungskrisen bei allen Betroffenen – in den Familien, in den Gemeinden ebenso wie in den Ländern – zu stärken.

Quelle: European Commission Spokespersons‘ Service