Tagesspiegel: „Milliardenschaden durch gefälschte Medikamente“

Die Berliner Zeitung, der „Tagesspiegel“ deckt auf: „Durch gefälschte Arzneimittel entsteht der Pharmabranche EU-weit ein finanzieller Schaden von 10,2 Milliarden Euro.“ Und weiter: „EU-Experten zufolge ist mit der Fälschungsproblematik der direkte Verlust von 37.700 Arbeitsplätzen verbunden. Hinzu kämen weitere 53.200 Arbeitsplatzverluste durch die Folgewirkungen in anderen Wirtschaftszweigen der EU. Auf Deutschland bezogen gingen der Branche durch die Fälschungen unmittelbar 6951 Arbeitsplätze verloren.“ Den Artikel finden Sie hier:

Der Leiter der Initiative Innovationskraft für Sicherheit in der Wirtschaft (IISW), Thomas Franke, sprach mit Marina Bloch, Mitglied der Anti-Counterfeiting Group Medical der Bayer AG.

Laut einer Schätzung des Amtes der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) entstehen der Pharmabranche Schäden von über 10 Milliarden Euro. Die Umsatzverluste auf Grund von Fälschungen belaufen sich auf 4,4 Prozent. Das ist ein signifikanter Teil des Gesamtumsatzes. Wie groß ist die Dimension des illegalen Arzneimittelmarktes?
Das tatsächliche Ausmaß der Arzneimittelfälschungen kann nur ansatzweise erahnt werden. Das, was wir an Fällen sehen und die Fälle, die insgesamt durch Behörden ermittelt werden, stellen nur „die Spitze des Eisberges“ dar. Die Fälscher führen keine öffentliche Umsatzstatistik, insofern bleibt das tatsächliche Ausmaß im Dunkeln.

Könnte man, z. B. durch die Ausweitung der Rezeptpflicht auf bestimmte Händler und Quellen, Kunden dazu motivieren, Arzneimittel aus dubiosen Quellen und Vertriebswegen zu meiden?
Eine Rezeptpflicht gibt es schon heute für eine Vielzahl von Produkten, die im Fokus der Fälscher stehen. Insofern hilft nur die Aufklärung über den Sinn und Zweck einer Rezeptpflicht und der Appell an die Patienten und Kunden, diese auch zu beachten und nicht auf die Vorlage eines Rezeptes bei rezeptpflichtigen Produkten zu verzichten.

Wie weit ist die Branche beim Kampf gegen illegale Arzneimittel und Schwarzhandel? Haben Sie das Gefühl, dass alle am selben Strang ziehen?
Im Sinne des Patientenschutzes treten wir sehr dafür ein, Interessen in dem Bereich der Fälschungsbekämpfung zu vereinen. Daher kooperieren wir sowohl mit den Behörden als auch mit verschiedenen Interessensverbänden und klären Patienten und Kunden über die Risiken von Fälschungen auf. Fälschungsbekämpfung findet auf verschiedenen Ebenen statt und bedarf einer intensiven und immer wieder zu erneuernden Interessensabstimmung aller Beteiligten gegen die kriminellen Machenschaften der Fälscher.

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