Türkei: Tag der offenen Tür für ISIL

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Russland wirft der Türkei vor, mit dem ISIL zusammen zu arbeiten. Der türkische Premier weist das brüsk zurück und gibt sein Wort als Ehrenmann, Rücktrittsangebot für den Fall der Fälle, eingeschlossen. Aber nur, wenn Putin auch zurück tritt, wenn es sich als falsch erweisen sollte.

Dabei ist die Sache ja ganz einfach, wenn man den gesunden Menschenverstand einschaltet. Man muss nicht offiziell mit dem ISIL kooperieren. Man kann einfach den kontinuierlichen „Tag der offenen Tür“ ausrufen.

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Der Amerikanische Verteidigungsminister, Ash Carter teilte kürzlich dem Kongress mit: „Wir müssen von der Türkei verlangen, mehr auf ihrem eigenen Staatsgebiet zu tun, um zum Beispiel seine Grenze besser zu schützen. Das hat die Türkei nie richtig gemacht, seit ISIL besteht.“ Und weiter: „Wir würden uns wünschen, wenn die Türkei mehr in der Luft und auf dem Boden tun würde. Die meisten Luftaktivitäten richten sich nicht gegen ISIL, sondern gegen die Kurden.“

Jonathan Schanzer vom Wall Street Journal folgert richtig: „Die Türkei mit ihrer 565-Meilen-Grenze zu Syrien ist im wahrsten Sinne des Wortes eine offene Tür für Extremisten, Finanzströme und Waffen, schon seit Beginn des Krieges in Syrien. Und der Handel läuft in beide Richtungen. Öl und Antiquitäten zum Beispiel werden über Zwischenhändler in der Türkei vertrieben. Die Profite stellen eine wichtige externe Finanzquelle für ISIL dar.“

Business Insider UK berichtet, dass ISIL Öl an Schmuggler zum Preis von zehn bis 35 Dollar pro Barrel verkauft, ein Schnäppchen im Vergleich zu den 50 Dollar, die ein Barrel Öl auf den offiziellen internationalen Märkten kostet. Die Schmuggler wiederum verkaufen das Öl an Mittelsmänner in der Türkei. Um den Schmuggel so verdeckt wie möglich ablaufen zu lassen, werden kleine Tanker zum Transport genutzt. Damit versucht man, den Luftangriffen der USA und Russlands zu entgehen. Pro Tag sollen so 30.000 Barrel Öl über die Grenze der Türkei gelangen – täglich, wohlgemerkt. Insgesamt, wird vermutet, macht ISIL pro Monat einen Umsatz von 40-50 Millionen Dollar.

Die USA und Russland werden wohl kaum eine gemeinsame Allianz bilden, um die Türkei in die Zange nehmen zu wollen. Wenn zwei sehr unterschiedliche Nationen zu dem selben Schluss kommen, dann wird wohl sicher was dran sein an der Vermutung, dass die Türkei zwei Augen zudrückt beim florierenden Handel mit Terroristen.

Foto: Jirka Matousek

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